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Der Islamische Kalender

Die ungefähre Bedeutung dessen, was Allah, gepriesen sei Er, im Koran (Sure 10, Vers 5) sagt, lautet:

"Er ist es, Der die Sonne zur Helligkeit und den Mond zu einem Licht machte und ihm Stationen zuwies, damit ihr die Anzahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit) beherrschen könnt. Allah hat dies nicht anders als in gerechter (und sinnvoller) Übereinstimmung erschaffen. Er legt die Zeichen für die Leute dar, die Wissen besitzen."

Anders als im christianisierten Westen mit seinem gregorianischen Kalender, der sich am Sonnenjahr orientiert, folgt der islamische Kalender - wie die Kalender fast aller semitischer Völker des alten Orients - dem Lauf des Mondes. Sein Jahr besteht aus zwölf Monaten zu abwechselnd 29 und 30 Tagen, umfasst somit also nur 354 Tage, denen jedoch wegen gewisser Abweichungen alle zwei Jahre am Ende des letzten Monats ein Schalttag hinzugefügt werden muss. Dementsprechend verschiebt sich das Jahr gegenüber dem gregorianischen Kalender jährlich um elf Tage. Auch die Feiertage verschieben sich und durchlaufen so in 33 Jahren sämtliche Jahreszeiten.

Als Monat gilt die Periode zwischen zwei Neumonden.

Die Reihenfolge und Namen der islamischen Monate:

01. Muharram

02. Safar

03. Rabi'u-l-auwal

04. Rabi'u-th-thani

05. Jumada-l-ula

06. Jumada-l-akhira

07. Rajab

08. Scha'ban

09. Ramadan

10. Schauwal

11. Dhu-l-qa'da

12. Dhu-l-hijja

Ein Kalendertag erstreckt sich jeweils von einem zum nächsten Sonnenuntergang. So zählt der Abend des Donnerstag schon zum Freitag und wird deshalb gerne für religiöse Versammlungen genutzt.

Die islamische Zeitrechnung:

Sie beginnt mit dem 15./16. Juli des Jahres 622, dem Jahr der Hidschra, in dem Mohammed (s.a.v.) mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina auswanderte. Kalif 'Umar führte diese Zeitrechnung im Jahre 638 ein, und bis zum heutigen Tag bildet diese Zeitrechnung in allen islamischen Ländern zumindest im religiösen Bereich die Grundlage zur Berechnung sämtlicher Datierungen im Jahresverlauf. Da sich jedoch die ständigen Verschiebungen vor allem in der Landwirtschaft und Verwaltung als äußerst unpraktisch erwiesen, gab es schon im Mittelalter erste Ansätze zur Kalenderreform. Auch behielt man verschiedentlich ältere, auf die Sonne bezogene Kalendersysteme in Gebrauch. So rechneten etwa die Kopten lange Zeit weiterhin nach der diokletianischen Ära (August 284 n. Chr.) Im Vorderen Orient fand parallel dazu das julianische Jahr aus der Seleukidenära (Okt. 312 v. Chr.) Verwendung und in Andalusien die Zeitrechnung der Provinz Spanien (Jan. 38 v. Chr.). Im Osmanischen Reich wurde 1677 zwecks unkomplizierterer Steuererhebung ein Fiskaljahr, das mit dem Sonnenkalender übereinstimmt, eingeführt. In der Türkei gilt seit 1917 der Gregorianische Kalender. Im Iran dagegen richtet man sich seit 1925 nach dem Sonnenkalender der Sassaniden, dessen Jahre zugleich mit der Hidschra gezählt werden (1999-1377). Im Alltag, insbesondere im Wirtschaftsleben, bedient man sich mittlerweile - außer in Saudi-Arabien - offiziell überall des Gregorianischen Kalenders. Der alte islamische Kalender dient im wesentlichen nur noch der Festlegung der religiösen Feiertage. Historische Daten werden zum leichteren Verständnis meist so angegeben, dass neben dem Hidschrajahr, durch einen Schrägstrich getrennt, das entsprechende gregorianische Jahr gestellt wird.

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