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Die Bedeutung des Opferfestes

"O die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorbringen; und sucht zum Almosenspenden nicht das Schlechte aus, das ihr ja selbst nicht nähmet (Koran, Bakara 267)"

Menschen in Not zu helfen, ist eine fundamentale Verpflichtung eines jeden Muslims. Ein Muslim kann nicht wegsehen, wenn in seiner unmittelbaren Umgebung Unrecht oder Not herrscht. Der Prophet Muhammed (Friede sei mit Ihm) verurteilte all die Menschen, die tatenlos einem Unrecht zusehen oder einem offensichtlichem Hilferuf nicht nachkommen. „Abends mit vollem Bauch ins Bett zu gehen während der eigene Nachbar hungert, ist genauso verhöhnt, wie jemandem ein Leid zuzufügen, das man selbst nicht erfahren möchte“.

Der Prophet Muhammed (saw) wurde aufgrund von Intoleranz, Intrigen und Feindseligkeiten der Einheimischen gegenüber den Muslimen aus seiner Geburtsstadt Mekka vertrieben. Er musste die Hidschra vollziehen und begab sich mit seinem Begleiter Abu Bakir nach Medina. Die Menschen in Medina (Ensar) empfingen die vertriebenen Muslime aus Mekka mit offenen Armen. Jede Familie aus Mekka kam bei einer Gastfamilie in Medina unter. Die Muslime teilten alles. Menschen, die selbst nur wenig hatten, teilten auch dieses Wenige mit den Menschen, die nichts hatten. Ein einmaliges Beispiel in der Geschichte der Menschheit.

Beistand zu geben, wenn man selbst Beistand braucht. Zu teilen, auch wenn man selbst nicht genug hat. Gottvertrauen in allen Lebenssituationen. In jeder Situation seine Gottergebenheit unter Beweis stellen... Das ist die große Aufgabe und auch die große Prüfung, der wir jeden Tag ausgesetzt sind.

Das Opferfest (Id ul-Adha) ist das höchste islamische Fest. Es wird zum Höhepunkt der Hadsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka, die jährlich im Monat Dhu al-hidscha stattfindet. 2006 fällt das Opferfest auf den 10. Januar, es kann aber wegen des islamischen Mondkalenders zu jeder Jahreszeit stattfinden. "Id ul-adha" bedeutet wörtlich übersetzt einfach "das große Fest".

"Mein Herr, gewähre mir einen rechtschaffenen (Sohn).»
Dann gaben Wir ihm die frohe Kunde von einem sanftmütigen Sohn.
Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sprach (Abraham): «O mein lieber Sohn, ich habe im Traum gesehen, dass ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?» Er antwortete: «O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.»
Als sie sich beide (Gott) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn gegen den Boden hingelegt hatte, da riefen Wir ihm zu: «O Abraham, Erfüllt hast du bereits das Traumgesicht.» Also lohnen Wir denen, die Gutes tun. Das war in der Tat eine offenbare Prüfung. Und Wir lösten ihn aus durch ein großes Opfer. Wir bewahrten seinen Namen unter den künftigen Geschlechtern.
Friede sei auf Abraham! Also lohnen Wir denen, die Gutes tun. Er gehörte zu Unseren gläubigen Dienern. Wir gaben ihm die frohe Kunde von Isaak, einem Propheten, der Rechtschaffenen einem. (Koran, Saffat 100-112)"

Der Prophet Abraham (Friede und Segen sei mit ihm) hat uns gezeigt, dass man von dem spenden soll, was ein lieb ist. Da er sein Sohn so geliebt hat, war seine Prüfung sein Sohn. Wenn wir jetzt mal überlegen, was uns lieb ist, fallen mir spontan Geld und Zeit ein. Geld, welches man nicht spenden möchte, weil man anscheint ja selbst nicht genug hat oder weil dieses Geld irgendwann mal gebraucht wird. Zeit, welche man nicht opfern möchte, um sich den weltlichen zu entziehen und sich bei Allah zu bedanken.

Zum Gedenken an diesen Augenblick, in dem das größte Vertrauen und die größte Ergebenheit in der Menschheitsgeschichte gegenüber Allah demonstriert wurde, ist es für jeden Muslimen zur Pflicht geworden, für Allah ein Opfertier zu erbringen.
Das Opfern ist eine religiöse Pflicht für die Muslime. Das Fleisch soll dabei an hilfsbedürftige und notleidende Menschen verteilt werden. Ist die Möglichkeit nicht gegeben selbst zu schlachten, so kann der Muslim den entsprechenden Betrag an die Bedürftigen oder an Hilfsorganisationen geben, welche die Arbeit dafür dann übernehmen.

"Nimmermehr erreicht ihr Fleisch und ihr Blut (d.h. Fleisch und Blut der Opfertiere) Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr Allah dafür preiset, dass er euch leitete; und verkündige Freude den Rechtschaffenen. (Koran, Hadsch 37)"

"Ihr werdet das Gütigsein (das Paradies) nicht erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt. Was immer ihr spendet, seht, Allah weiß es (Koran, Ali-Imran 92)."

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