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Der Tod und die Rückkehr zum Schöpfer

Wo immer ihr auch sein möget, der Tod ereilt euch doch und jedes Lebewesen auch. (3/185, 4/78)

Im Islam ist der Tod keine Sackgasse, sondern eine Überführung von diesem ins nächste Leben; wie eine Brücke, welche wir überqueren müssen, um unser Ziel zu erreichen. Obwohl Allah natürlich alles schon vorgeschrieben und vorherbestimmt hat, ist jeder Mensch in der Lage in diesem Leben, das Leben nach dem Tod zu beeinflussen.
Eins der wichtigsten Bedingungen, die Allah jedoch fordert ist, dass man Ihm nichts und Niemanden zur Seite stellt und seine Gesandten akzeptiert und folgt. Jedoch neigt das Geschöpf dazu, dem Schöpfer ein anderes Geschöpf zur Seite zu stellen.

Im Koran wird unter anderem folgendes dazu erwähnt:
Sprich: Wir sind überzeugt von Allah und von dem, was auf uns herabgesandt worden ist, und was herabgesandt worden ist auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme, und was  Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn zugekommen ist; wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben. Und wer nach einer anderen Religion als den Islam trachtet: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein. (Al-Imran 84-85)

Das irdische Leben ist ein trügerischer Genuss und im Gegensatz zum Leben nach dem Tod nur gering und ziemlich kurz. Der Tod ist eine Erinnerung an unseren Schöpfer, an den Sinn unserer Existenz in diesem Leben und jenem danach.

Wenn ein Muslim stirbt so wird nur selten lange getrauert, denn das widerspricht dem Glauben; man trauert und akzeptiert somit nicht etwas, was der Schöpfer vorgeschrieben hat. Der Tod wird von Allah vorgegeben. Krebs, Unfall oder andere Ereignisse sind nur kausale Nebenerscheinungen, der eigentliche Grund sind das Erscheinen der Todesengel durch den Auftrag Allahs. Niemand kann sterben, ohne dass Allah es will und niemand kann am Leben erhalten werden ohne dass Allah es bereits bestimmt hat (Allah ist Al-Mumiet, Der, in dessen Hand der Tod ist). Jeder wird in dessen Weg sterben, auf dessen Pfad er gewandelt ist. In einem tieferen mystischen Sinn ist der Tod für den Muslim ein Freudenfest, eine Rückkunft zu seinem ersehnten Geliebten, doch diese Haltung ist bei Lebzeiten früh genug zu lernen. Ein Muslim erwartet den Tod in jeder der 24 Stunden des Tages und zieht sich selbst zur Rechenschaft, bevor er zur Rechenschaft gezogen wird. Um vorbereitet zu sein, muss man 'sterben', bevor ein der Tod ereilt, d.h. das Verhalten im Dieseits sollte dem entsprechen, was uns der Koran auferlegt und die Propheten (Friede und Segen mit Ihnen) am lebenden Beispielen gezeigt haben. Wie der Mensch gelebt hat, wird er auch sterben, wie er gestorben ist, so wird er auferstehen und wie er aufersteht, so wird über ihn gerichtet. Auf der Welt hat jeder sein eigenes Konto, welches er mit seinen guten und schlechten Taten füllt. Es gibt nichts, was verborgen bleibt, Allah sieht alles und Er wird den Menschen das zeigen, was sie selbst gestrickt haben. Darüber hinaus wird der Mensch sein eigener Zeuge sein, indem seine Hände verraten, was sie angefasst, seine Füße verraten, wo sie hingegangen und seine Augen verraten, was sie gesehen haben. Im folgenden Vers wird das deutlich:

Sie werden zu ihrer Haut sprechen: "Warum zeugst du wider uns?" Sie wird sprechen: "Allah hat mir Rede verliehen - Er, Der einem jeden Ding Rede verleiht." Und Er ist es, Der euch erstmals erschuf und zu Ihm seid ihr zurückgebracht. Ihr pflegtet (eure Sünden) nicht so zu verbergen, dass eure Ohren und eure Augen und eure Haut nicht Zeugnis ablegten wider euch; vielmehr wähntet ihr, Allah wüsste nicht vieles von dem, was ihr zu tun pflegtet. (41/21,22)

Es ist der Tod, der dem modernen Menschen am meisten zu schaffen macht. Jedes Mal, wenn er zwischen Konsum und Kapitalgier mit dieser Wahrheit konfrontiert wird, taumelt er und wird ganz aufgeregt, denn der Gedanke 'es geht nichts mehr', 'es ist vorbei' und 'das dunkele Grab' machen Angst und Bange. Eine Tragödie für einen ungläubigen Menschen, weil er das Gefängnis, welches er als Paradies vermeinte verlassen muss. Wer den Tod versteht, stirbt nur einen Tag; derjenige aber, der sich vor dem Tod fürchtet und versucht davon wegzulaufen, wird jeden Tag sterben müssen. .

Scharfsinnig ist derjenige, der sich selbst kritisch betrachtet und nach dem strebt, was ihm nach dem Tode zum Wohl gereichen wird. Schwachsinnig ist derjenige, der Sklave seiner Begierden bleibt und von Allah nur die Erfüllung seiner Wünsche erbittet. (Hadith des Propheten sav)

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