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Kristiane Backer - Mein Weg zum Islam:


„Ich war am gipfel meiner Karriere, aber es zerstörte meine Seele...“
"Ich fand heraus, dass der Islam für Frauen und Männer ist; im Islam hatten Frauen im Jahr 600 das Recht zu wählen. Männer kleiden sich bescheiden, Frauen ebenso; sie sollen nicht mit ihren Augen flirten, sondern sollen ihren Blick senken."

Kristiane Backer wurde in einer protestantischen Familie geboren und wuchs in Hamburg auf. Im Alter von 21 Jahren begann sie bei Radio Hamburg als Journalistin zu arbeiten. 2 Jahre später wurde sie unter Tausenden von Bewerbern als die neue Präsentatorin von MTV-Europa ausgewählt und zog in der Folge nach London.

"Es war wunderbar - ich war in den 20ern, lebte in Notting Hill, war das neue Mädchen in der Stadt, deshalb wurde ich überall hin eingeladen, von den Paparazzi fotografiert. Ich traf viele berühmte Leute (von Robbie Williams bis Lenny Kravitz) und hatte eine großartige Zeit. Ich gab den Großteil meines Gehalts für Kleidung aus. Ich musste ganz Europa bereisen, nur die besten Plätze - Barcelona, Istanbul, Paris; einmal ging ich eine Woche lang mit Prince auf Reisen. Ich war die Nummer 1 auf MTV und war im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Zeit im Fernsehen. Ich präsentierte den Coca-Cola-Bericht und die Europäischen Top 20, interviewte Bands und Millionen von Menschen erkannten mich in ganz Europa. Bei einem Rock-Konzert stand ich einmal vor 70.000 Menschen auf der Bühne."

Die nächsten 7 Jahre lang sollte sie viele verschiedene Shows auf MTV präsentieren, viele Musical-Stars interviewen. Aber obwohl sie einen solchen glamourösen Lebens-Stil in der Show-Biz-Welt lebte, hatte sie eine spirituelle Sehnsucht. "Ich wurde immer von der spirituellen Welt angezogen, aber ich tat diesbezüglich nichts." Durch "reines Glück oder Schicksal" traf sie 1992 Imran Khan, damals Chef des pakistanischen Teams. Das war das erste Mal, dass sie einen Muslim traf. Sie und Khan, der auch dabei war, seinen Glauben zu entdecken, führten viele Diskussionen über den Islam. Er gab ihr einige Bücher über den Islam und sie begann, den Islam zu studieren. "Ich begann, meine Vorurteile zu bezwingen, und hinter die Schlagzeilen zu schauen. Ich las den Qur´an und es begann alles, Sinn zu machen."

"Ich bemerkte, dass ich durch diesen ganzen Rock´n´Roll-Lebensstil nicht ausgefüllt war. Ich fühlte, dass, was ich tat, sinnlos war; es war kein großer Beitrag für die Gesellschaft."

Als sie den Islam studierte, befasste sie sich mit einigen Themen sehr genau, wie dem Thema Frauen im Islam. "Als eine moderne Westliche, mit Karriere, musste ich mich natürlich mit der Einstellung des Islam Frauen gegenüber befassen - ich konnte nicht sofort überzeugt sein. Aber ich entdeckte, dass der Islam für Frauen und Männer ist, im Islam hatten Frauen im Jahr 600 das Recht, zu wählen. Männer kleiden sich bescheiden, Frauen ebenso; sie sollen nicht mit den Augen flirten, sondern sollen ihren Blick senken."

"Ich denke, es ist ungesund, seine Sexualität zu betonen - es zieht die falsche Energie an."

"Ich hörte auf, Mini-Röcke zu tragen, und begann im TV längere Kleidung zu tragen... Ich bin schockiert, wie viele Frauen so wenig anziehen, um in die Schlagzeilen und auf die Titelseite zu kommen - es ist wirklich erniedrigend."

Letztendlich nahm sie den Islam an. Sie betet jetzt fünfmal täglich und fastet im Ramadan. "Ich trank früher in Parties jede Nacht Champagner, aber jetzt trinke ich keinen Tropfen." 2001 ging sie nach Mekka. "Es war wunderbar. Ich kam mit einem Gefühl von Glück und Frieden zurück."

Nachdem sie die Show-Biz-Welt bis zum Maximum genossen hatte, bemerkte sie, dass dort nichts Neues für sie war, und dass dies nicht das Ziel des Lebens war. Sie interessierte sich für andere Bereiche. Sie studierte Naturheilkunde (dazu Kräuter, Aromatherapie, Qi Gong, Traditionelle Chinesische Medizin, Bachblüten und Homöopathie) an der Universität von Westminster. "Dieser Kurs eröffnete mir eine andere faszinierende Welt, die holistische Art, Mensch und Natur, Gesundheit und Krankheit zu sehen, zu sehen wie die Dinge zusammenhängen." Sie hat jetzt ihre eigene homöopathische Klinik in der BRD. Sie ist auch an einem Projekt beteiligt, in dem es darum geht, eine Reihe von Naturkosmetik und Lebensmittelzusätzen unter Verwendung von traditionellen Heilungssubstanzen und exotischen Ölen aus arabischen Ländern herzustellen.
Sie studierte auch Religion inklusive islamischer Kunst, islamischer Medizin und sozialer und politischer Themen im Islam an der Universität von Birkbeck.

Backer war auch an einer Anzahl von gemeinnützigen Arbeiten beteiligt. 1998 organisierte und koordinierte sie eine sehr erfolgreiche Kunst-Ausstellung und ein Konzert in Zusammenarbeit mit dem Bostoner Botschafter der UNO, Mohammed Sacirbey, in Anwesenheit des Präsidenten von Bosnien als Teil des Brücken-Projekts, welches zum Ziel hatte, die drei verschiedenen Bevölkerungsgruppen Bosniens zu vereinigen. Sie war Mitglied der gemeinnützigen Organisation "Learning for Life". 2001 organisierte Learning for Life" einen Fonds für die afghanischen Flüchtlinge, für welchen sie Patin war.

Sie besuchte Pakistan oft mit Freunden und beobachtete einen Lebensstil und ein Werte-System, welches sehr unterschiedlich zu dem war, das sie im Westen kennen gelernt hatte. Sie nahm wahr, dass die Menschen, trotz ihrer Armut, sehr warmherzig, gastfreundlich und großzügig waren. "Ich ging in Pakistan umher, und sah sehr, sehr arme Menschen, welche ein Lächeln auf ihren Gesichtern hatten, und ein Licht in ihren Augen, welches erstaunlich war; ein Taxi-Fahrer fuhr vier Stunden lang abseits seiner Strecke, um sicher zu gehen, dass ich sicher nach Hause gekommen war. Im Westen, in meinem überschwänglichen Medien-Leben, waren die Menschen so geizig mit ihrem Geld und ihrer Zeit, sie würden nicht von ihrem Weg abgehen, um dir zu helfen - was sie tun würden ist, Drogen nehmen und viel trinken, aber ich traf nicht viele, die wirklich glücklich waren."

Sie fährt damit fort, für viele Veranstaltungen in Europa Patin zu sein. Sie spricht fließend Englisch und Deutsch und auch Italienisch und Französisch.

Im Islam entdeckte sie ein ganz neues Leben. "Es war das größte Geschenk, das ich je empfangen habe."

Übersetzt aus dem Englischen von
Shaimah Gschiel - Quelle: http://www.alschuruq.at/meinweg21.html

Ich pilgerte nach Mekka - Die erste deutsche MTV-Moderatorin. Warum sie zum Islam übertrat und heute für ihn wirbt

(Die Zeit)

 
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