Wer darf Muslim werden?
Jeder, der sich dazu aus freiem Willen entscheidet. Es spielt keine Rolle, wer er ist,
wie er aussieht, welche Religion er vorher hatte. Es spielt auch keine Rolle, ob sie ein
Kopftuch trägt, ein/eine Geliebte hat oder andere Sünden begeht. Die Person nimmt den
Islam an und wird dann erlernen, was Gut und Schlecht ist und wird dann diese Unterscheidung
in sein Leben umsetzen.
Wie genau sieht der Übertritt zum Islam aus?
Muslim zu werden ist ziemlich einfach. Man muss das Glaubensbekenntnis aussprechen und dabei folgende Bedingungen befolgen:
zum Glaubensbekenntnis
Ist die Konvertierung oder das Muslimdasein mit irgendwelchen Kosten
(eine art Kirchensteuer) verbunden?
Nein, die Konvertierung ist mit keinerlei Kosten verbunden.Als Muslim selber, ist man
verpflichtet selbstständig zu spenden. Es gibt keine Organisation/Verein, wo man
verpflichtet ist Geld zu überweisen. Mehr zum Thema unter Spende im Islam (Zekat).
Ist ein arabischer Vorname Pflicht?
Man ist nicht verpflichtet einen arabischen Namen oder Zweitnamen anzunehmen. Es gibt viele
türkische oder arabische Namen, deren Bedeutung nicht viel mit der Religion zu tun hat.
Jedoch ist es gut, sich einen islamischen Namen auszusuchen, um die Identität abzurunden.
Muss ich arabisch lernen wegen der Suren oder Gebete?
Man muss nicht arabisch lernen um Muslim zu werden oder Muslim zu sein.
Was wird sich in meinem Alltag ändern, auf was muss ich verzichten?
Konvertieren kann man, egal wer man ist, was man bisher getan hat oder auch noch tut.
Man muss nicht ERST die Regeln des Islams befolgen, damit man konvertieren kann, sondern
man konvertiert erst und befolgt dann langsam die Regeln, welche man lernt. Im Alltag wird
man 'ein besserer Mensch', weil man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr lügt, betrügt, vertrauenswürdig ist und alle guten Taten, werden einem bei Allah angerechnet.
Wie soll ich nach meiner Konvertierung mit meiner Familie umgehen?
Man ist verpflichtet sich mit seiner Familie gut zu verstehen und man soll dienstbar
seinen Eltern gegenüber sein. Auch wenn man dies vorher schon gemacht hatte, tut man dies
jetzt aus dem Glauben heraus. Die Familie wird schnell merken, dass die Konvertierung zu
ihrem Vorteil ist, denn man nimmt Abstand von seinen schlechten Taten. Wichtig ist, dass
man sich nicht als "etwas besseres" darstellt und die nichtmuslimischen Familienmitglieder
niedriger einstuft. Wenn etwas verlangt wird, was dem islamischen Glauben widerspricht,
soll man jedoch nicht folgen, denn am jüngsten Tag wird uns keiner helfen können:
Weder eure enge Verwandtschaft, noch eure Kinder werden euch nützen. Allah wird zwischen
euch am Tage der Auferstehung entscheiden. Allah ist Wahrnehmender dessen, was ihr tut.
(Al-Mumtahinah 3)
Was mache ich, wenn ich bemerke, dass ich eine Sünde begangen habe?
wir haben kein Priester. Es gibt keinen Mittler zwischen Schöpfer und Geschöpf. Jeder
muss sich im direkten Dialog an Allah wenden und vom Herzen seine Reue ausdrücken.
Wer aber nach seiner Sünde bereut und sich bessert, gewiss, ihm wird Sich Allah gnädig
zukehren, denn Allah ist allvergebend, barmherzig (Maide 39)
Er eine schlechte Tat ausversehen getan hat, kann sich vornehmen darauf eine gute Tat zu
folgen. Wer eine gute Tat vollbringt, dem soll zehnfach vergolten werden. Wer aber eine
böse Tat übt, der soll nur das gleiche als Lohn empfangen und kein Unrecht sollen sie
leiden (Enam/160)
Darf ich beten für weltliche Dinge (Beruf, Geld, ...)
Dies ist ein Vorzeigegebet aus dem Koran: "Unser Herr, beschere uns Gutes in dieser Welt
und Gutes in der künftigen und bewahre uns vor der Pein des Feuers (Bakara 201)
Dieses Gebet zeigt, dass man für weltlische Sachen beten kann/soll, jedoch das Jenseis nicht
vergessen darf.
Muss ich ab jetzt verzichten auf Weihnachten und Ostern?
Im Islam gibt es nur 2 Feste auf welche man sich konzentrieren sollte. Da man den christlichen Glauben so nicht akzeptiert und damit das Jesus-Bild nicht unterstützen kann, darf man diese Feste nicht feiern. Ein Fest sollte außerdem nicht mit einer Lüge anfangen (Nikolaus, Weihnachtsmann, Osterhase,...).
Es ist nicht einfach (vorallem nicht für Konvertierte) auf die Feste zu verzichten, mit welchen man groß geworden ist, jedoch besteht der Islam nicht daraus, dass man einfach nur das Glaubenkenntnis spricht. Im Koran sagt Allah folgendes: "Meinen die Menschen, sie würden in Ruhe gelassen werden, wenn sie bloß sagen: «Wir glauben», und sie würden nicht auf die Probe gestellt?" (29/1). Hier wird deutlich, dass ein Mensch, der gläubig ist auch auf die Probe gestellt wird und darauf so reagieren muss, dass er von dem ablässt, was er mag und ihm schwer fällt. Das ist in diesem Fall Weihnachten, aber auch Themen wie Geld, Zinsen, Zeit, Liebe, ... Allah sagt im Koran: "Ihr werdet die Güte nicht erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, seht, Allah weiß es" (3/92).
Ganz klar ist, dass es nicht einfach ist und wird, von dem zu verzichten, was man mag und gewohnt ist. Es scheint sogar manchmal unmöglich, jedoch gibt Allah die frohe Botschaft: "Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie nicht tragen kann.." (2/286).
Was muss ich als Muslim tun?
Man muss desweiteren die Primärquellen: Den Quran und die Sunna
(authentische Überlieferungen) des Propeten Mohammad (Friede und Segen auf ihm)
als Grundlage des Iman (des Glaubens) aufrichtig anerkennen und befolgen.
-Man muss weiterhin die Verpflichtung zur Ausübung der gottesdienstlichen Handlungen
und die Verpflichtung zur Beachtung aller anderen Gebote aufrichtig anerkennen,
auch wenn man diese Gebote und gottesdienstlichen Handlungen noch nicht vollständig
kennt bzw. noch nicht korrekt praktizieren kann.
-Man muss sich bemühen, den Islam in der Folgezeit so gut wie möglich kennenzulernen
und seine Gebote möglichst zu erfüllen.
-Neben der Verrichtung aller gottesdienstlichen Handlungen, muss man auch die gesamte
Lebensführung im Einklang mit den Geboten ALLAHs ausrichten.
-Ziel jedes Muslims ist das Streben nach Vervollkommnung seines Imans, in Wort und Tat,
weil es wichtig ist um das Wohlgefallen ALLAHs (ta'ala) zu erlangen. Dies geschieht
z.B. durch den Erwerb von Wissen, die praktische Umsetzung der Iman-Gebote und das
häufige Gedenken ALLAHs und seine Lobpreisung.
Kann ich mich als Muslim auch als „Mohammedaner“ bezeichnen?
Der sich im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert befindliche Begriff der „Mohammedaner“ wird von Muslimen abgelehnt, da sie zum Einen keine Anhänger Muhammads sondern Anhänger des Islam sind, und zum anderen Muhammad nicht der einzige Prophet, sondern lediglich der letzte in einer langen Kette von Gesandten und Propheten seit Adam (a.s.) war. Hinzu kommt, dass Muhammad aus islamischer Perspektive nicht einmal als der Begründer des Islam, sondern als dessen Vollender angesehen wird, da alle Propheten und Gesandten die bewusste Hingabe gegenüber ein und demselben Gott, bzw. die „Gottergebenheit“ (arab.: Islam) und damit den Islam predigten. Auch andere etymologisch europäische Begriffsbildungen, wie zum Beispiel die des Muselmannes, entlehnt wohl von der persischen und mit Blick auf deren Endung missinterpretierten Form „mosalman“, sind als irreführend zu bezeichnen.
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